Joanna Newsom – 16. September, WUK

Das WUK ist, vorab gesagt, eine sehr schöne Location, der Arena ähnlich aber mit mehr Pflanzen. Wir waren etwas zu früh dort und konnten daher immer mehr Leute eintrudeln sehen, Leute aller Altersklassen und Sparten. Ich glaube nicht dass ich bei einem Konzert je so viele Leute über 40 gesehen habe.
Nun denn, mit 10 minütiger Verspätung betraten zwei Herren mit Bart und einer Gitarre die Bühne – die Moore Brothers. Die beiden waren recht amüsant und sichtlich aufgeregt. Sie erzählten uns, sogar auf Deutsch, dass sie aus Amerika kämen und dass sie Verwandte her hätten. Und das letzte mal als sie in Wien spielten, wäre das vor 5 Leuten gewesen – alles Verwandte! So ganz glaube ich ihnen das nicht aber ihre Art machte sie symphatisch. Die Gitarre wechselte eigentlich nach jedem Lied hin und her und singen konnten beide auch sehr gut – erinnerten mich ein wenig an Simon & Garfunkel, auch wenn die wirklich besondere Stimme von Garfunkel fehlte. Nach diesem kurzweiligen Auftritt freuten wir uns schon auf Joanna. Und siehe da eine kleine zarte Frau schwebte auf die Bühne – tosender Applaus. Ihre Band brachte sich auch in Stellung – ein Schlagzeuger, eine Violinenspielerin und ein…naja Allroundmensch an Saiteninstrumenten. Da erkannte ich auch das einzige Problem am WUK – die Bühne war zu niedrig, man konnte Joanna kaum sehen da sie ja die ganze Zeit an der Harfe saß. Aber es ging ja eh um die Musik und die war fantastisch. Vor allem das Drumming hat mich Live um einiges mehr begeistert als auf Platte, Joannas Stimme war in echt wirklich so voluminös, so piepsig und schräg – und das alles während ihre Hände die ganze Zeit über die Saiten flogen. Tiefer Respekt für dieses zart aussehende Mädchen (sie ist 22), sie muss Sehnen wie Drahtseile haben. Ihr einziger Kritikpunkt an der Sache war, dass ihr zu heiß war, bei 2 Spots und andauernder Bewegung aber auch verständlich. Zwischen jedem Song (ich glaube Y’s wurde komplett durchgespielt) gab es wirklich starken Applaus, der alle beteiligten Künstler sichtlich freute.
Nach zweieinhalb Stunden Spielzeit hab es noch „Milk Eyed Mender“ als Zugabe und wir verließen das WUK schwebend, mit Harfenklängen im Ohr, in die Herbstnacht.

Fazit: 9/10 Punkten
18.9.07 01:09
 




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