
300 spaltet die Zuseher in 2 Lager auf, die einen sind beeindruckt, die anderen angewidert. Da wurden viele Vorwürfe gemacht. Der Film sei nicht realistisch, er sei ein Nazi-epos, und unglaubwürdig da zu stark überzeichnet. Ich denke, dass Filmen dieser Art, zumindest auf manchen Sektoren wie zb Action, die Zukunft gehören wird. Es ist ähnlich zur entwocklung der malerei nachdem die Photographie auftauchte. Das realitätsnahe war nicht mehr spannend, der Expressionismus entstand.
Man könnte 300 im Hinblick auf Grafik expressionistisch nennen. Die Überzeichnung ist wirklich sehr stark, doch mir fiel sie zu keiner Zeit des Filmes störend auf. Man muss eben Abstriche in Sachen Realismus machen, wie zb, dass 300 Mann nur spärlich bekleidet und ohne Proviant losziehen um zu kämpfen. Oder das Wolfaugen rot glühen. Aber hier geht es nicht um Realismus.
Die wirklichen Stärken des Filmes sind das Darstellen eines Ideals. Wie man zu diesem Ideal steht bleibt jedem sich selber überlassen, dass Ehre so eng an ein Land geknüpft wird ist vielleicht auf den ersten Blick problematisch, aber wenn man den Film in geschichtlichem Kontext sieht und das ewige hinweisen auf Hitler einmal beiseite lässt, ist Ehre und Pflichtgefühl nichts schlechtes und deren Ausübung war realistisch dargestellt.
Ich reihe mich also ein in die Gruppe derer, denen der Film aufgrund der Intensität gefallen hat.